Jewgenij Grischkowez

Kaliningrad

Jewgenij Grischkowez wurde 1967 in Kemerowo (Sibirien) geboren. Nach dem Wehrdienst bei der Kriegsflotte am Stillen Ozean studierte er russische Philologie an der „Technischen Universität Kusbass“ (Kursker Kohlebecken), an der er 1990 das Theater „Loge“ gründete. Mit diesem Ensemble erarbeitete er mehr als 20 eigenwillige Inszenierungen, die die Truppe gemeinsam aus Gesprächen und Improvisationen entwickelte. 1998 entstand sein Stück Wie ich einen Hund gegessen habe, das er selbst spielt und mit dem er in Moskau auf dem internationalen Theaterfestival NET (Neues europäisches Theater) großen Erfolg feierte. Im Jahr darauf stellte er dem Publikum des NET-Festivals sein neues Stück Gleichzeitig vor.

Grischkowez selbst wehrt sich gegen Bezeichnungen wie Regisseur, Autor oder Schauspieler. Er selbst fand für sich die Bezeichnung „Neuer Sentimentalist“.

Seit Beginn der Saison 2000/2001 spielt er seine Stücke als ständiger Gast am Theater „Schule des zeitgenössischen Stücks“ in Moskau, dort läuft auch eine Inszenierung seines Stücks Aufzeichnungen eines russischen Reisenden in der Regie von Jossif Reichelhaus. Im selben Jahr wurde er mit dem russischen „Antibooker Literaturpreis“ für Dramatik ausgezeichnet. Die Jury des nationalen Theatertreffens „Goldene Maske“ sprach ihm im Jahr 2000 den Innovationspreis, die Kritikerjury den Publikumspreis der Schauspielsaison zu.

Im September 2001 schloss er die Arbeit an seinem neuen Stück Die Stadt ab. Die Uraufführung fand an der berühmten „Tabakjerka“, dem Theater von Oleg Tabakow in Moskau statt. 2002 fand auch die Uraufführung von Dreadnoughts im Moskauer In-Klub OGOROD statt, wieder ein Theaterprojekt das sich über den Rahmen der in Russland üblichen Vorstellungen von Theater hinausbewegt.

Jewgenij Grischkowez wohnt jetzt in Kaliningrad: "... dem ehemaligen Königsberg. Ich habe mir diese Stadt nicht einfach zufällig zum Wohnen ausgesucht, nach Moskau will ich auf keinen Fall ziehen. Ich bin ein „Provinzler“ und komme mit dem Moskauer Rhythmus nicht klar. Obwohl all meine Arbeit mit Moskau verbunden ist. Die Stadt und Planet (seine neuesten Stücke) erzählen vom Leben in der Großstadt. Kaliningrad ist keine „100prozentig“ russische Stadt, angenehm zum Leben, meiner Meinung nach eine ideale Stadt unter den kleineren in Russland. Auch weil sie am Meer liegt. Von hier aus kann ich mein Leben und meine Arbeit in Moskau mit Abstand betrachten, ohne Emigrant zu sein."

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