ERFAHRUNGEN BEI DER ANEIGNUNG DES STÜCKS DIE MÖWE VON ANTON TSCHECHOW NACH DER STANISLAWSKIJ-METHODE

Theater der Nationen, Moskau
in russischer Sprache mit deutscher Simultanübersetzung

TERMINE:
München 09.02.04 20 Uhr Reithalle
Berlin 06.02.04 - 07.02.04 20 Uhr Hebbel am Ufer HAU 1

Regie:Andrej Sholdak

Andrej Sholdak ist ein junger ukrainischer Regisseur der sich mit Interpretationen von Klassikern einen Namen gemacht hat. Diese Inszenierung ist extravagant, lustvoll bösartig, manchmal bewegend und oft berührend, aber immer optimistisch. Tschechows Charaktere sind in ihr immer still. Sie verschleiern unsichtbare Fenster mit unsichtbaren Stofffetzen, sie rennen blind umher, versuchen zu sprechen, obwohl ihre Münder mit Klebeband verschlossen sind. Sie schreien wie Vögel und imitieren Fische und Frösche. Das ist Sholdaks Weg, die Stanislawskij-Methode und alle Lehren, die daraus entstanden sind, zu hinterfragen. Experiment „Die Möwe“ wird so performt, als ob es von einem seiner Charaktere, Treplew, dem Dramatiker und Erfinder neuer Stile, auf die Bühne gebracht worden wäre. Diese Geschichte über das Leben russischer Aristokraten ist wie eine ökologische Katastrophe aufgebaut: Nach der Tötung der Möwe wird der magische See überschwemmt von Mücken und Kröten, und das Leben selbst scheint an der Grenze zur Vernichtung zu sein.

    

 


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